Fakten-Check: Basisches Wasser und sein Redoxpotential

Hrsg.: © 2015 Zephyr Verlag UG

Behauptung: Eines der Hauptvorteile von basischem, ionisiertem Wasser ist sein Redox-Potential. Die angepriesenen Werte liegen außerhalb des Wertes für die menschliche Gesundheit.

Antwort: Aktivwasser verhält sich hinsichtlich des Redoxwertes vollkommen anders, als nach gängiger Lehrmeinung erwartet. Es besitzt ein immenses antioxidatives Potential, das sich als negativer Redoxwert messen lässt. Der japanische Forscher Sanetaka Shirahata hat das untersucht. Er konnte zweifelsfrei belegen, dass Aktivwasser die Menge an Freien Radikalen (Stoff-wechselprodukte im Zellstoffwechsel, die u.a. das Erbgut der Zellen schädigen) dramatisch vermindert – besser als Vitamin C.(1)

Wie ist das zu erklären? Die russischen Forscher Prilutzky und Bakhir (2) haben herausgefunden, dass sich bei der Teilelektrolyse von Wasser zu Aktivwasser erheblich kleinere (Kathodenkammer) und erheblich größere (Anodenkammer) Redoxwerte finden, als die, die man nach der sogenannten Nernst-Gleichung berechnen würde. Diese Anomalie hat ihre Ursache darin, dass es tatsächlich zu einer echten Aktivierung durch die Wirkung der Gleichspannung kommt. Diese Eigenschaften bleiben während einer sogenannten Relaxationszeit stabil, die bis zu 36 Stunden betragen kann.

In den Ausführungen zum Redoxpotential von Aktivwasser wird immer wieder einmal der auf andere Mess- bzw. Rechengrößen hingewiesen. Es geht um Publikationen eines Franzosen (Luis Claude Vincent) und es wird kolportiert, dass Aktivwasser die Bedingungen für gesundes Wasser nicht erfülle. Das betreffe u.a. auch den Leitwert (die Menge an gelösten Stoffen, die elektrischen Strom leiten, insbesondere Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium). Dieser Wert (gemessen in Mikro-Siemens, µS oder TDS = total dissolved solids [alle gelösten Teile]) soll möglichst niedrig sein.

Wie ist die Faktenlage?
Die gerade erläuterten Größen spielen in der Tat bei den Arbeiten des 1988 verstorbenen o.g. Ingenieurs Louis-Claude Vincent eine Rolle. Er hat in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts in Frankreich Zusammenhänge zwischen den Trinkwasserqualitäten und der Auftretenshäufigkeit von Krankheiten ermittelt. Er leitete daraus seine bis heute unbelegte Theorie der sogenannten Bioterrain Analyse ab. Dieser Theorie zufolge muss u.a. Wasser spezifische Eigenschaften haben, damit es – einfach gesagt – gesund ist. Dazu zählen z. Bsp. extrem niedrige Mikrosiemenswerte, leicht saure pH-Werte und ein mittleres (leicht reduzierendes) Redoxpotential. Woher er alle Daten hatte ist unklar, vermutlich waren ihm die Informationen im Rahmen seiner Tätigkeiten als Ingenieur für die US Armee und die EDF (Électricité de France) zugänglich.

Jedenfalls konnte seine Theorie nie belegt werden, ihr alleiniger Charme besteht in einer logisch verstehbaren, scheinbaren Plausibilität.

(1) Shirahata S, Kabayama S, Nakano M, Miura T, Kusumoto K, Gotoh M, Hayashi H, Otsubo K, Morisawa S, Katakura Y.: Electrolyzed-reduced water scavenges active
oxygen species and protects DNA from oxidative damage. Biochemical And Biophysical Research Communications 234, pp 269-274, 1997
(2) Prilutzki, V.; Bakhir, V.: Electrochemically activated water: anomalous properties, mechanism of biological action, Moskau 1997, zitiert nach 1

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